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Schwere Zeiten in Folge der Corona-Krise

01.05.2020      - Der Wormser Schachverein schaut in die Zukunft -     Verfasser: Daniel Hendrich und Dr. Gernot Köhler

Vor der Krise wetteiferten oft bis zu 35 Spieler Freitag abends in den Vereinsräumen um Pokale, Urkunden oder einfach nur um die Ehre miteinander. Wie alle anderen Sportvereine auch, ist der Wormser Schachverein nun von der Corona-Pandemie betroffen und musste seinen Spiel- und Trainingsbetrieb Mitte März einstellen. Zu dieser Zeit wurde auch der Spielbetrieb in ganz Deutschland bis auf Weiteres ausgesetzt. Inzwischen gibt es Überlegungen, im Mannschaftsspielbetrieb aus der Saison 2019/2020 eine Saison 2019/2021 werden zu lassen – ein Ergebnis der Beratungen steht noch aus. Auch die anderen Veranstaltungen wie der Pfälzische Schachkongress, das Rheinland-Pfalz-Open und diverse privat organisierte Schachturniere mussten bereits abgesagt werden.

Archivbild

Im Unterschied zu anderen Sportarten hat Schach jedoch den beinahe exklusiven Vorteil, dass man es über das Internet spielen kann. Schach im Internet gibt es schon lange, und die Nutzerzahlen sind in den letzten zwei Jahrzehnten immer stärker angestiegen. Letzteres teils zum Leidwesen der Schachvereine, die – mit wenigen Ausnahmen – über einen rückläufigen Besuch beim wöchentlichen Spiel- und Trainingsabend klagen. Auf verschiedenen Plattformen – teils als Open-Source-Projekt, teils kostenpflichtig – können freie Spiele und Turniere absolviert werden; auch der Weltschachverband FIDE hat vor einigen Jahren eine Online-Arena etabliert. Schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie hatte der Deutsche Schachbund seine erste Deutsche Internetmeisterschaft ausgeschrieben, die zeitlich „passend" im März gespielt wurde. Mehrere tausend Spieler – darunter fast der komplette Nationalkader – nahmen daran teil. Das Turnier wurde vor kurzem als Amateurmeisterschaft neu aufgelegt, wiederum mit vierstelliger Teilnehmerzahl. Auch die Landesverbände und Bezirke innerhalb des Deutschen Schachbundes organisieren eine Vielzahl von virtuellen Turnieren und Trainingsangeboten.

=> Archivbild aus vergangenen Zeiten

 

 


Für den Wormser Schachverein bedeutet die Unterbrechung nach einem erfolgreichen Jahresbeginn einen tiefen Einschnitt. Die 76. Wormser Stadtmeisterschaft war mit 27 Teilnehmern so erfolgreich gestartet wie seit vielen Jahren nicht, die monatlichen Blitzturniere waren stark besucht, und auch im Mannschaftspielbetrieb gab es insgesamt ordentliche Ergebnisse zu vermelden. Einziger Wermutstropfen war der drohende Abstieg der 1. Mannschaft aus der 2. Bundesliga. Angesichts der starken Konkurrenz waren hier die Erwartungen aber bereits vor der Saison sehr begrenzt.

Um wenigstens einen begrenzten Spielbetrieb aufrecht zu erhalten und vor allem den Kontakt zu den Mitgliedern nicht zu verlieren, hat daher auch der Wormser Schachverein seinen Spielbetrieb sozusagen ins Internet verlegt. Pro Woche wird ein zweistündiges Turnier ausgetragen, an dem sich im Schnitt 15-20 Spieler aus dem Verein beteiligen. Darüber hinaus gibt es viele freie Partien mit bekannten und unbekannten Schachfreunden aus Deutschland und der ganzen Welt – das Internet kennt eben keine Grenzen. Auch umfangreiches Trainingsmaterial wurde inzwischen online bereitgestellt und soll vor allem von den Jugendlichen genutzt werden.

Das alles kann die persönliche Begegnung am Schachbrett jedoch nur teilweise ersetzen, und die handelnden Personen im Verein um Präsident Patrick Boos bemühen sich, ihren Mitgliedern im Rahmen der Möglichkeiten ein abwechslungsreiches Angebot zu machen. Bei allem bleibt natürlich die Hoffnung, dass sich die Zeiten wieder ändern und die Wormser Schachspieler ihrem Hobby wieder in persönlicher Form nachgehen können, wie sie es in der Vergangenheit gewohnt waren.

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