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Schachverein Worms von 1878 e.V. steigt in die 2. Bundesliga auf!

25.03.2019   Zum Ergebnisdienst

Die Meisterschaft ist perfekt! Am Sonntag besiegte der Schachverein Worms daheim den Schachclub Landau in einem packenden Mannschaftskampf mit 4,5 zu 3,5 Punkten. Damit ist den Wormser die Meisterschaft in der Oberliga Süd-West ein Spieltag vor Saisonende nun auch rechnerisch nicht mehr zu nehmen. Man führt die Tabelle mit 3 Mannschaftspunkten Vorsprung uneinholbar an. Gleichzeitig mit dem Titel steigt der Club aus der Nibelungenstadt damit für die nächste Saison in de 2. Schach-Bundesliga auf!

Die zahlreichen Zuschauer, die sich zum „kiebitzen“ eingefunden hatte, bekamen das erwartete, dramatische Spiel auf Augenhöhe serviert. Die Begegnung begann mit strategisch für die Wormser wünschenswerten Ergebnissen: Sowohl Dennis Naßhan als auch Thomas Steinkohl konnten ihre Partien jeweils mit den schwarzen Steinen gegen starke Gegner (Karl-Yasmin Murany und Yannik Leuranguer) remisieren. Danach spitzte sich die Lage an den restlichen Brettern zu – und zwar nicht unbedingt zugunsten der Hausherren. Johannes Feldmann fand gegen den Internationalen Meister Stephan Becking aus der Eröffnung heraus nie so richtig ins Spiel – hier zeichnete sich eine Niederlage ab. An zwei weiteren Brettern standen die Wormser zwar recht ordentlich, hatten jedoch deutlich weniger Zeit als ihre Gegner auf der Uhr. In dieser kritischen Phase coachte Mannschaftsführer Dennis Naßhan die Truppe souverän. Im Wissen um den drohenden Rückstand entschied sich Daniel Helbig gegen eine Zugwiederholung und lenkte seine Partie stattdessen in taktisch verwickelte Trübgewässer. Das Spiel auf Chance – denn mehr was es zwischenzeitlich nicht mehr – zahlte sich für Helbig aus, als sein Gegner kurz vor dem 40. Zug fehlgriff und die eigentlich gewonnene Partie vergab. Worms ging mit 2 zu 1 Punkten in Führung, die allerdings nur für ein paar Minuten standhielt: Johannes Feldmann musste nach stark vorgetragenem Mattangriff von Becking die Segel zum 2 zu 2 Ausgleich streichen.

Die Begegnung entwickelte sich jetzt zu einem waschechten Nervenkrimi. Steffen Schluchter konnte seine zeitweilig vermutlich verlorene Stellung durch gute praktische Entscheidungen doch noch zum 2,5 zu 2,5 Zwischenstand remisieren. Hier zahlte sich die ganze Erfahrung Schluchters aus, der es mit dem starken Jürgen Möldner zu tun hatte. An Brett 8 überwarfen sich indessen die Ereignisse, als sich Mike Martin und Matthias Lang vom SK Landau eine regelrechte Zeitnotschlacht lieferten: Etwa ab dem 25. Zug hatte keiner der beiden Spieler mehr so richtig Zeit auf seiner Uhr, die Züge mussten schnell und oft auch intuitiv kommen. Am Ende entschied sich Matthias Lang in eigentlich schon wieder ausgeglichener Stellung für den falschen Zug – Martin sorgte für die erneute Wormser Führung.

Wenige Augenblicke ging dann ein Raunen durch das Wormser Lager: Roland Ollenberger gewann seine Partie gegen Thorsten Lang im Mattangriff. Worms hatte den Kampf mit nunmehr 4,5 Punkten sicher gewonnen, die Meisterschaft war perfekt! Schon seit einigen Zügen hatte die Stellung von Ollenberger vielversprechend ausgesehen, doch auch ihm mangelte es etwas an der nötigen Zeit. An Brett 2 versuchte Martin Heider, im Wissen um den sicheren Sieg, anschließend noch mit aller Kraft, seine wechselhafte Partie gegen Tobias Bärwinkel zu gewinnen. Dabei ging er letztlich etwas zu viel Risiko und wurde am Ende vom erfahrenen Bärwinkel zum 4,5 zu 3,5 Endstand ausgekontert.

Übrig bleibt der Eindruck eines ausgeglichenen Mannschaftskampfes, der auch ganz anders hätte ausgehen können. Wie eigentlich im Vorfeld von allen erwartet, waren es an diesem Tag vor allem wohl die Nerven, die Tagesform und das berühmte Quäntchen Glück, die den Ausschlag zugunsten der Wormser gaben. Nichts desto trotz freut sich der Schachverein Worms über eine verdiente Meisterschaft und über den Aufstieg in die 2. Schach-Bundesliga.

Danken möchte die 1. Mannschaft des Vereines auf diesem Wege dem ALISA-Zentrum und der ALISA-Stiftung Worms, in deren Räumlichkeiten man seit mehreren Jahren bewehrt seine Heimkämpfe austrägt. Vor allem das Aquarium im Spielraum hat die Mannschaft längst in ihr Herz geschlossen. Der Dank gilt außerdem all denjenigen Mitgliedern des Schachvereines, die zwar nicht selbst am Brett, aber im Hintergrund tatkräftig und mit großem zeitlichem Aufwand an dieser Meisterschaft mitgewirkt haben. Ohne ehrenamtliches Engagement wäre der Spielbetrieb so sicherlich nicht aufrechtzuerhalten und dies gilt erst recht für die kommende Saison. Die Mannschaft möchte sich deshalb außerordentlich bei Geschäftsführer und „Chef-Koordinator“ Dr. Gernot Köhler, bei Vereinspräsident Patrick Boos sowie dem restlichen Vorstand bedanken, die allesamt viele viele Stunden ihrer Freizeit investiert haben, um den Spielern den Rücken frei von allem Organisatorischen zu halten. Schließlich gilt der Dank all den Fans und Anhängern, die mit ihrem Zuspruch der Mannschaft auch vor schwierigen Aufgaben das nötige Selbstvertrauen gegeben haben.

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